Hallo

Mein Name ist Nicol. Ich bin 9 Jahre alt und lebe in der Provinz Laguna auf den Philippinen. Seit dem Frühjahr gehe ich in die zweite Klasse. Nun weiss ich aber nicht, ob ich die Schule weiter besuchen darf. Meine Mama, die mein Schulgeld bezahlt, mein Pausenbrot gemacht und meine Schuluniform in Schuss gehalten hat, ist tot. Auch meine zwei Halbschwestern und meinen kleinsten Bruder hat sie mitgenommen. Ich weiss, es war nicht einfach mit uns vieren. Unser Papa, der weit weg in der Grosstadt arbeitet, kam immer seltener nach Hause. Auch das Geld blieb oft wochenlang aus. So hat sie mich in Ihrer Verzweiflung am 1. September 2008 für immer verlassen. Meine Mama wollte arbeiten, aber niemand hatte Zeit, um auf uns Kinder aufzupassen. Mein richtiger Vater hat sich nie für mich interessiert und mein Stiefvater wird wohl nun dasselbe tun.

Ich muss sagen, für eine kurze Zeit war ich ein richtiger Star. Ich erhielt viele Spenden und sogar der Ex-Ministerpräsident hat mich besucht. Er hat der Nation gesagt, dass die grosse Armut das Resultat der neuen Regierung sei und hat mir versichert, dass für mich gesorgt sei.

Ja, es waren viele wichtige Leute und auch Journalisten hier. Es war eine grosse Beerdigung und alle nahmen grossen Anteil an dieser Tragödie. Das alles hat sicher sehr viel Geld gekostet und deshalb ist von den vielen spontanen Spenden nichts mehr übrig. Jetzt lebe ich bei meiner Grossmutter. Sie ist schon fast 70 und geht noch fast täglich auf die Farm. Dort hilft sie bei der Reisernte. Lohn erhält sie dort nicht, dafür aber 10 Säcke Reis, wenn die Ernte gut ist. So haben wir immer genug zu essen. Meine «Lola» kümmert sich gut um mich. Auch die Nachbarn helfen uns, so gut sie können. Geld aber hat niemand wirklich hier. Doch das brauche ich schon bald, denn meine Schuluniform wird nicht ewig passen . . .

 

 

Liebe Freunde

 

Am 2. September 2008 erreichte mich diese Nachricht.

 

© Reuters: Mit flüssigem Toilettenreiniger hat eine arbeitslose Frau auf den Philippinen sich selbst und drei ihrer Kinder umgebracht. Die 32-Jährige aus der Provinz Laguna südlich von Manila hatte am Dienstag die zwei, drei und vier Jahre alten Kinder aufgefordert, die ätzende Flüssigkeit zu trinken. Danach nahm sie sich selbst das Leben.

Die Polizei vermutet, dass große Armut die Mutter in das Verbrechen getrieben hat. Der Mann der 32-Jährigen, der als Bauarbeiter in der Hauptstadt Manila arbeitet, habe schon seit einem Monat kein Geld mehr an seine Familie geschickt.

Die Frau hat eine Nachricht hinterlassen, in der sie um Verzeihung für die grauenhafte Tat bat. Verwandte sollten sich um einen weiteren Sohn kümmern, der bei seinen Großeltern war, als sich das Familiendrama abspielte.

 

Ich war vor 2 Jahren auf den Philippinen. Auf meiner Reise war ich zu Besuch in dieser Strasse. Hier wohnte auch Nicol mit seiner Familie. Ich machte viele Fotos, unter anderen auch diese. Die Kinder hatten grosse Freude an meiner Digital-Kamera, weil man die Bilder gleich betrachten konnte. Auch Nicol war einer der Fans meiner Kamera.

 

Mit Freunden haben wir nun einen Verein gegründet mit der Aufgabe, diesem Kind ein sorgenfreies unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Wir möchten wenigstens die finanziellen Sorgen der Betreuungspersonen lindern sowie die Mittel für eine gute Schulbildung zur Verfügung stellen. Kurzum, wir wollen Kindern ohne Aussicht auf eine sichere Existenz so lange unterstützend zur Seite stehen, bis sie imstande sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. 

 

Schon 1 Franken sichert einem Kind den täglichen Snack in der Schulkantine. Das jährliche Schulgeld kostet ca. 100 Franken. Die obligatorische Schuluniform mit zwei Shorts und vier T-Shirts kostet 45 Franken. Schon diese für uns kleinen Aus-gaben kann seine «Lola» kaum aufbringen. 

Für den Verein Pro Waisenkind

U. Hafner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Möchtest Du diesen Jungen ein paar Jahre begleiten und unterstützed beiseite stehen, bis er selbständig für sich sorgen kann?
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